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Achtung:
Dieser Bericht enthält einen Konzertbericht der 3 Cliff-Konzerte im Juli 1999 im Hyde Park.
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Donnerstag, 15. Juli 1999, British Airways ab Hannover Flug 975, 7:35 Uhr, Ankunft 8:15 Uhr Ortszeit.
Mittwoch, 21. Juli 1999, British Airways ab London Flug 980, 19.40 Uhr, Ankunft 22:05 Uhr Ortszeit.
The Tower Thistle Hotel, St. Katherine's Way, GB - E1 9 LD London; U-Bahn: Tower Hill.
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Tja, wo soll ich bloß anfangen? Diesmal sollte alles anders sein: Cliff in der Stadt, das Hotel direkt neben der TOWER BRIDGE, der Urlaub drei Tage länger als sonst, ....
Der Flug an sich war nicht sonderlich aufregend und verging ganz schnell. Über dem Ärmelkanal und über England waren ziemlich
viele Wolken, so daß ich nur hoffen konnte, trotzdem eine gute Sicht zu haben. So um 8:45 Uhr etwa meldete sich der Pilot und sagte, daß wir gegen 8:10 Uhr in LONDON landen werden, da wir noch keine Landeerlaubnis
hätten. Also konnte ich mich darauf einstellen, ein paar Extrakurven in der Luft durchzuhalten. Mal verschwand die Sonne, mal kam sie wieder....Immer links rum, ging es durch die Lüfte. Erkennen konnte ich auf dem
Boden allerdings nichts; zuviele Wolken.....
Irgendwann meldete sich der Pilot: "10 Minutes to go!!! 10 Minutes to go!!!" Die
Stewardessen sind noch ein letztes Mal durch den Gang gelaufen, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Ich hatte eigentlich meinen Fotoapparat rausgeholt, um ihn dann wieder schnell in die Tasche zu packen,
da ich ja meine Tasche unter den Vordersitz packen mußte und ich dachte, daß ich jetzt sowieso nichts mehr sehen würde. Tja, weit gefehlt....
Das Flugzeug flog 'ne Rechtskurve, der rechte Flügel bewegte sich also nach unten, und was sah ich da??? Big Ben, St. Paul's Cathedral, TOWER BRIDGE, Hotel, und ich glaube, so
schnell wie in dem Augenblick hatte ich noch nie zuvor meinen Fotoapparat aus der Tasche gekriegt. St. James's Park, Buckingham Palace, Hyde Park (mit einem kleinen runden Etwas rechts unten.....) Obwohl
die Sonne nicht durch die Wolken kam, war es ein unvergeßlicher Augenblick. So schnell wird man den nicht wieder erleben.
Wir sind also pünktlich 8:10 Uhr in Heathrow gelandet und noch 10 Minuten bis zum Parkplatz gefahren, um dann - mal wieder - durch den hinteren Ausgang auf das Rollfeld auszusteigen. Zum
Glück hatte ich mich diesmal nicht verlaufen. Immer den Schildern nach, kam ich dann endlich in die Halle, wo auch die Gepäckstücke ankommen. Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Mutter, bin ich weiter in die
nächste Halle, um dort gleich den LONDON Transport Travel Center ohne Suche zu stürmen. Zwei Sekunden später hatte ich meine Fahrkarte für die nächste Woche. OK, wo ist die U-Bahn???
An der Haltestelle South Kensington mußte ich noch umsteigen und habe sofort nach einem eventuellen Poster von Cliff Ausschau gehalten. In einem der vielen Gänge bin ich ihm dann auch
begegnet. Es war zwar nur ein kleines, aber was soll's. Ich hatte nicht damit gerechnet, überhaupt eins zu sehen.
Von South Kensington ging es Richtung TOWER HILL. Etwa um 10:00 Uhr war ich im Hotel. Ich hatte die Station Tower Hill ganz anders in Erinnerung und somit mußte ich mich einige Sekunden
orientieren. Ein kurzer Blick auf die Tower Bridge hat mich für alle Strapazen entschädigt. Natürlich war das Zimmer noch nicht frei, sondern erst um ca. 12:00 Uhr, wie mir der hübsche Typ an der Rezeption erzählte.
Aber ich dürfte meine Sachen dort hinten im Gepäckraum lagern bis es frei wäre. Ein freundlicher Herr nahm mir die große Tasche ab und jemand gab mir einen grünen Zettel für die Abholung.
Die Eingangshalle des Hotels war recht groß. Alles war ziemlich hell und freundlich. In der Mitte der großen Halle ging eine Treppe nach oben und unten warteten ein paar Gäste auf den
Sesseln.
Auf dem Plan stand das Harrods. Doch vorher bin ich am Tower vorbei zum Souvenir-Laden, um ein paar einzelne Postkarten und Briefmarken zu kaufen. Doch jetzt wollte ich wirklich ins
Harrods. Also die gesamte Strecke von 11 U-Bahn-Stationen bis South Kensington zurück, dort umsteigen, d. h. an Cliff-Poster vorbei und eine Station weiter bis Knightsbridge. Und schneller als ich gucken konnte, war
ich im Harrods. Es war wirklich lustig. Ich kam rein und stand sofort in irgendeiner blöden Abteilung. Ich vermute, es war die Parfümabteilung oder Kosmetik. Auf jeden Fall mußte ich erstmal einige Meter laufen, um
die Rolltreppen zu treffen, die mich dann in die dritte Etage bringen sollten. Also gut, denke ich, wie war das noch gleich??? An den modernen Möbel vorbei, an den antiken Möbel vorbei, Teppiche, Klaviere,
Musikinstrumente aller Art und dann sollte die CD-Abteilung kommen. Ach, da hinten ist sie ja. Im Prinzip war diese nicht unbedingt klein. Leider hat die Größe eines CD-Ladens nicht immer was mit der Auswahl zu tun,
so daß ich nicht zufrieden damit war. Aber ich wußte ja, daß ich noch woanders bessere Auswahl finden würde.
Ich konnte mich eigentlich nur nach den Schildern richten und so bin ich erstmal die Richtung zurück gegangen und in die zweite Etage gefahren, da ich unterwegs in die dritte schon
gesehen hatte, daß es in der zweiten Etage den "Harrods-Shop" und sonstige Geschenkartikel gibt. Schnell war ich dort, wo es die Harrods-Taschen und Souvenirs gibt. Ich konnte nicht anders als mir zwei
Taschen zu kaufen, eine große und eine kleine. Bald darauf war ich in der von mir so geliebten Bücherabteilung. Anders als zur CD-Abteilung fand ich hier die Auswahl grandios. Ich stand vor einem großen Regal voll
von LONDON-Bildbänden. Ein paar von denen habe ich schon, aber am liebsten hätte ich mir noch einen gekauft.
So habe ich lieber 1 Pfund für die "luxuriösen Waschräume" ausgegeben und bin auf die Toilette gegangen. Hinterher war ich zwar erfrischt, aber dennoch nicht gestärkt. Also
suchte ich die Lebensmittel im Erdgeschoß. Ich kaufte mir zwei kleine Flaschen Wasser und zwei Sandwiches. Mit dem Gepäck und ohne Stadtplan machte ich mich auf die Suche nach dem Hyde Park, dem wohl denkwürdigsten
Ort überhaupt. Aus der Erfahrung kannte ich ja die Richtung dorthin schon, deshalb wollte ich mich einfach überraschen, ob ich wirklich ohne Stadtplan ankomme.
Auf dem Weg dorthin kam ich durch zwei kleine Gassen und in der einen Gasse befand sich ein Zeitungsladen, in dem ich erstmal zwei Zeitungen kaufte, die OK! und die Hello.
Im Hyde Park kramte ich doch erstmal meinen Plan raus, um rauszufinden, wo ich denn wirklich ungefähr bin. Aus dem Flugzeug konnte ich in der Eile nur erkennen, wo es ungefähr liegt. Kaum
ausgepackt, kam ein dunkelhäutiger Mann auf mich zu und sprach mich auf deutsch! an: "Kann ich dir helfen?" Verblüfft wie ich war, antwortete ich: "No, dankeschön."
Hier wollte ich ursprünglich eine kleine Pause einlegen und stellte fest, daß die meisten Bänke besetzt waren oder zu weit weg. So ging ich schnurstracks Richtung grün-weiß-gestreifter
Liegestühle. Ich kramte ein 1 Pfund-Stück raus, damit ich den Kassierer bezahlen konnte.(Nichts ist umsonst). Aber nachdem ich mich gesetzt hatte, merkte ich, daß es doch irgendwie ungemütlich ist und daß man so
unmöglich die Sandwiches essen konnte. Also stand ich wieder auf und suchte eine passende Ecke.
Übrigens war jetzt wunderbares Wetter; strahlend blauer Himmel und die Sonne schien kräftig.
Doch bald darauf war ich auf der Suche nach dem spurlos verschwundenen und seit April vermißten Sir Cliff Richard. Ich wollte eigentlich zu Fuß zur gegenüberliegenden Ecke vom Hyde Park
(Marble Arch), da ich wußte, daß ich auf dem Weg dorthin, am Konzertgelände vorbeikommen mußte. Von dort wollte ich mit der U-Bahn bis Bond Street und bei HMV einkaufen. Aber zum Glück merkte ich noch früh genug,
daß es wohl doch etwas zu weit ist und so ging ich erstmal Richtung Konzertgelände. Ich konnte auch schon bald die großen grünen undurchsichtigen Wände erkennen. Wie gut, daß ich an der richtigen Seite war, denn
hier befand sich ein geheimnisvoller Eingang mit geheimnisvollen Leuten drumherum. Natürlich konnte ich niemanden erkennen, der vielleicht so wie ich auf Cliff warten würde. Also wollte ich mich nicht peinlich
machen und schaute nur sehr sehr sehr interessiert (ob ich jemanden erkennen könnte) in das Innere des Geländes. Aber wie das nunmal so ist, erkennt man nichts anderes als ein paar Autos, Leute, Autos
und.......halt! Da sind die rot-weiß gestreiften REDBURN - Lkws, die ich schon in Hamburg und Oberhausen gesehen hatte!!! Große Aufregung!!! Wo ist das nächste Telefon???
Na ja, jetzt hatte ich also die Lage gepeilt und konnte halb zufrieden zum nächsten Telefon laufen und Bianka verständigen. Ich machte mich auf den Weg zurück zur Station Hyde Park
Corner, die ganz in der Nähe war und fand schnell eine Telefonzelle. Das Telefonat wurde leider dadurch beendet, daß ich völlig unfähig war, schnell genug Kleingeld nachzuschmeissen und mir blieb nichts anderes
übrig, als zur U-Bahn-Station zu laufen und von dort irgendwie bis Bond Street zu fahren.
(Ich merke gerade, daß es etwas umständlich ist, von dort bis Bond Street zu fahren. Vielleicht wollte ich auch ursprünglich mit dem Bus fahren, wer weiß...)
Eines weiß ich aber, ich sah die vielen Busse, die bis Oxford Circus fuhren und überlegte nicht lange und sprang auf. Ich hielt dem Schaffner meine Karte unter die Nase und stieg die
Stufen nach oben. Bis jetzt hatte ich nicht einmal oben in einem roten Bus gesessen!!!
Vom Fenster aus konnte ich alles überblicken. Der Bus fuhr also links um die Ecke und was sah ich da??? Große Stoffbänder: CLIFF RICHARD in HYDE PARK. Die Aufregung war noch größer.
Natürlich habe ich den ganzen Tag schon Ausschau nach einem Ticket-Laden gehalten. Von meiner Freundin wußte ich, daß einer am Piccadilly Circus sein sollte, aber warum muß das immer so weit weg sein??? Jetzt wollte
ich aber erstmal zu HMV.
Nach einer Ewigkeit kam der Bus an der oberen Ecke "Marble Arch" an und bog rechts in die Oxford Street ein. Wie finde ich jetzt raus, wie weit es bis HMV ist???
Sicherheitshalber stieg ich hier aus. Eigentlich hätte ich ständig aus- und einsteigen können, da der Bus ständig anhalten mußte.
Auf jeden Fall bin ich ausgestiegen und losmarschiert. Zum Glück wußte ich, an welcher Straßenseite es sich befindet. Am Anfang meiner Wanderung habe ich versucht, das Ladenschild mit
bloßem Auge zu erkennen. Keine Chance. Es war noch zu weit weg. Ich lief und lief. Wahrscheinlich hatte der Bus mich jetzt schon überholt, obwohl der streckenweise auch nicht schneller war. Wäre ich bloß nicht
ausgestiegen, war mein Gedanke. So langsam kam ich aber dem Geschäft näher und näher.
Endlich angekommen, stürmte ich die Treppe rauf und suchte die Videos. Leider hatten die kein vollkommen neues Video, obwohl die eigentlich viel Auswahl an Cliff-Videos hatten. Ich habe
noch etwas rumgeschaut und eine Maxi-CD und die neueste Cliff-CD mit Kalender gefunden. Ich wollte ja wenigstens etwas gekauft haben.
Dann war es endlich so weit, daß ich zum Hotel fahren konnte. Ich ging zurück zur Station Bond Street, da diese wirklich nicht weit von HMV entfernt ist. Ich vermute, daß ich eine Station
bis Green Park und von dort eine Station bis Victoria gefahren bin, um dort dann in die U-Bahn bis zum Hotel umzusteigen.
Endlich im Hotel habe ich meine Tasche an mich genommen, meinen Schlüssel bekommen und endlich durfte ich ins Zimmer.
Das war also mein erster Tag in LONDON seit gut einem Jahr.
Ich wachte ziemlich früh am nächsten Tag auf, zog mich gegen 6:30 Uhr an, um um kurz nach 7:00 Uhr zum Frühstück zu erscheinen. Gespannt was mich erwartet, traute ich mich aus dem Zimmer
und ins Erdgeschoß. Obwohl das Hotel vier große Fahrstühle besessen hat, hat es morgens immer eine Ewigkeit gedauert, bis ich unten angekommen bin.
Im Frühstücksraum stellte ich dann fest, daß es Londoner gibt, die ziemlich schnell sprechen. Besonders dann, wenn sie einen deutschen Touristen nach der Zimmer-Nr., kontinentales o.
englisches Frühstück, Tee o. Kaffee fragen. Nach diesen anfänglichen peinlichen Problemen checkte ich die Lage und die Situation und bediente mich erstmal am Büfett. Es gab natürlich alles, was das Herz begehrt.
Nicht zu vergessen, daß ich jeden Morgen an einen Tisch "begleitet" wurde und daß alle Informationen über mein Frühstücksverhalten (Tee, Kaffee,...) auf einen Zettel geschrieben wurden. Dieser Zettel wurde
auf meinen Tisch gelegt und von demjenigen weggenommen, der mir Tee gebracht hat.
Ich saß also am Tisch, überlegte eine kurze Sekunde, in welcher Richtung die Tower Bridge liegen müßte, blickte dann über die rechte Schulter und sah.....richtig! die TOWER BRIDGE.
Huch??? Groß und gewaltig und ganz dicht.
Von der Station TOWER HILL bin ich dann zum Piccadilly Circus gefahren, damit ich auch noch bei TOWER RECORDS mein Geld ausgeben konnte. Außerdem wollte ich nachsehen, wo sich endlich
dieser Ticket-Laden befindet. Um 8:30 Uhr war ich bei Tower Records. Das machte aber leider erst um 9:00 Uhr auf und so bin ich noch etwas hin- und hergelaufen. Eigentlich wollte ich nach dem Einkauf zum Leicester Square laufen, da ich dachte, daß es wohl recht weit sei. Aber weit gefehlt, es war so nah, daß ich dort mich auf eine Bank gesetzt habe, um auszuruhen und irgendwann bin ich dann zurück, ohne einen Ticket-Laden gefunden zu haben. Wie frustrierend!!!
Irgendwann konnte ich dann meinen Großeinkauf starten und fand etliche CD's und zwei Bücher von Cliff. Außerdem sah ich ein paar CD's von Elaine Paige. Sie sollte nämlich bei den
Konzerten auch dabei sein. Ich wußte gar nichts von dieser Sängerin. Aber leider konnte ich von der CD-Hülle auch nicht auf die Musik oder die Stimme schließen. Na ja, lassen wir uns überraschen. Als ich draußen
war, bin ich Richtung St. James's Park gegangen. Kurz darauf bin ich weiter bis zum Trafalgar Square und habe dort nur einen kurzen Blick auf National Gallery und Big Ben geworfen, um danach im
"Cliff-Fotos-Souvenirladen" zu verschwinden. Mit ein paar Bildern mehr kam ich wieder raus und ging zum Charing-Cross-Bahnhof. Wie immer kaufte ich dort ein Baguette mit Tomaten und Käse und Fanta und
Sprite und THE SUN. Mit dem ganzen Krempel in der Tasche schleppte ich mich bis Embankment, um wieder ins Hotel zu fahren.
Im Hotel war ich gegen 11:10 Uhr. Eigentlich wollte ich dort ein paar Stunden bleiben, da ich davon ausging, daß das Konzert erst gegen 20:00 Uhr beginnt und ich nicht vor 16:00 Uhr da
erscheinen mußte. Also aß ich in aller Seelenruhe das ganze Baguette (das ganze!!!), blätterte in den Büchern, bis mir die Idee kam, schonmal The Sun durchzublättern. Huch??? Veranstaltungen??? Huch??? Cliff in Hyde
Park. Da drunter stand: 4 p.m. Was soviel bedeutet wie 16:00 Uhr nachmittags. Hilfe, fängt das etwa schon um 4 an??? Ich muß sofort los, war mein Gedanke. Überstürzt packte ich alles Wichtige ein und machte mich auf
die Socken. Diesmal bin ich wieder bis Hyde Park Corner gefahren.
Von dort habe ich den Eingang gesucht und zwischendurch schon ein paar Töne von der Bühne gehört. Meine Schritte beschleunigten sich etwa auf 200 km/h. Mindestens. Die Töne von der Bühne
hatten wenig mit Cliff gemein. Es war ein Tenor, ein Opernsänger, der eine Arie zum besten gab. Schonmal beruhigend. Ob er wohl schon da ist??? Panikartige Gedanken machten sich breit. Mit mindestens 350 km/h
schlenderte ich um die Ecke und konnte den Eingang sehen, oder das, was so aussah wie der Eingang.
Inzwischen hatte keiner mehr auf der Bühne gesungen. Ich ging also nichtsahnend da lang und mußte mich schlagartig an der Wand festhalten. Eine Stimme. Eine Stimme von der Bühne. Diese
Stimme kenne ich! Mit dem Ohr an der Ritze, lauschte ich noch mal. Wieder diese Stimme. Es war die Stimme von Sir Cliff Richard, der auf der Bühne stand.
Also mußte er schon da sein! Ich ging jetzt doppelt so schnell wie vorhin um die nächste Ecke und sah die ersten Neugierigen an den Ritzen, von denen aus man anscheinend auf die Bühne
sehen konnte. Natürlich konnte man auf die Bühne sehen. Und wie gut!!! Warum hatte ich mein Fernglas im Hotel vergessen???
Ich habe einen ganz guten Stehplatz bekommen und machte Fotos so gut es ging. Zu meinem größten Erstaunen erkannte ich zwei große Leinwände neben der Bühne. Leider war vor der dichteren
Leinwand ein Baum. Aber man konnte trotzdem etwas erkennen.
Von meinem Platz konnte ich mit bloßen Auge erkennen, welcher von den vielen Leuten Cliff war und was er anhatte (weißes Hemd mit dunklem Muster vorn, graue Stoffhose, helle Schuhe). Mit
ihm waren noch etliche Tänzer auf der Bühne, die zu "On the beach" und "In the country" supergut getanzt haben.
Vor meiner Reise habe ich immer gesagt, daß es nicht ganz so tragisch wäre, wenn ich keine Karten bekommen sollte. Ich konnte zur Not ja immernoch draußen auf der Rasenfläche zuhören.
Aber jetzt, wo ich sah, was er uns bietet, wurde dieser Vorsatz schwierig. Er sang übrigens recht viele Lieder, vielleicht 5 oder 6 im Soundcheck. Ab und zu wechselte ich den Standpunkt, da es noch zwei weitere
Ritzen gab. Was hätte ich bloß gemacht, wenn ich mir nicht überlegt hätte, die SUN zu kaufen. Diese Entscheidung habe ich erst an der Kasse im Laden getroffen!!! Nicht auszudenken!!!
Zwischendurch hörte ich an der nächsten Spalte neben mir, wie sich zwei Frauen in deutsch unterhielten. Ich wußte dann sofort, daß ich diese ansprechen mußte. Ich fragte, ob sie ihn heute
schon gesehen hätten, was sie verneinten. Wir unterhielten uns eine ganze Weile über dieses Thema und gingen ab und zu hin und her. Die beiden erzählten mir, daß sie Karten hätten (wie schön für sie!), daß sie aber
nur zwei Konzerte miterleben werden. Außerdem war ich noch kurz am Künstlereingang entlanggeschlendert, um zu sehen, ob dort ein Auto stand. In weiter Ferne sah ich nur einen BMW, der aber bestimmt nicht seiner war.
Zwischendurch haben mich wohl zig Leute gefragt, welche Gruppe gerade auf der Bühne wäre.
Cliff sang jetzt auf der Bühne ein Duett mit Elaine Paige, nämlich sein Lied "Miss you nights". Es dauerte eigentlich nicht mehr so lange (es war 14:00 Uhr), bis Cliff von der
Bühne war. Die eine Deutsche hatte erkannt, daß er jetzt verschwinden wird und so sind wir zum Künstlereingang gestürzt.
Kurze Zeit darauf kam ein grüner Landrover Cliff hat ihn leider nicht selbst gefahren. Er hat uns lieber zugewunken und ich habe ein Foto gemacht.
Wir waren uns jetzt einig, daß wir bis 16:00 Uhr hier nicht wieder zu erscheinen brauchten. Deshalb ging ich erstmal Essensnachschub holen. Dann bin ich zurück zum Hyde Park und habe mich
auf den Rasen neben dem Konzertgelände gepflanzt. Währenddessen ist eine Taube bestimmt dreimal um mich rumgelaufen. Sie dachte wohl, ich gebe ihr was ab!
Nach dieser Stärkung bin ich einmal fast ganz um das Gelände gelaufen, um endlich die Kassen zu suchen. An der hinteren Seite habe ich dann endlich ein paar Kassenhäuschen gefunden. Der
Typ erzählte mir aber, er würde nur Kreditkarten nehmen, da nur das auf dem Hyde Park-Gelände erlaubt wäre oder so. Er beschrieb mir noch schnell den Weg zum Ticket-Laden am Oxford Circus. Es wäre gegenüber vom Palladium (großes Theater). Ja
ja, kenne ich, versicherte ich ihm. Eigentlich habe ich diese Möglichkeit über Bord geworfen, bevor er überhaupt zu reden begonnen hatte. Ich hatte die Hoffnung auf Karten aufgegeben, und dachte, daß es
Zeitverschwendung wäre und außerdem könnte ich am Künstlereingang ja was verpassen. Trotzdem ging ich wie automatisch Richtung Hyde Park Corner, stieg in den nächsten Bus und hoffte, daß der auch bis Oxford Circus
fährt.
Endlich angekommen, suchte ich erfolglos das Palladium, schlenderte von einer Ecke zur nächsten, und entdeckte endlich das Schild Richtung Palladium. Der Laden war bald gefunden. Ich weiß
echt nicht mehr, was ich gedacht habe, als sie mir antwortete, daß es noch Karten für alle drei Abende gibt.
Schnell schaute ich auf die Plätze und wußte, daß sie bestimmt nicht so schlecht sein werden. Jetzt nahm ich aber die U-Bahn bis Marble Arch. Ich lief dann schnurstracks zum
Konzertgelände. Vor dem Eingang befanden sich schon lange Menschenwarteschlangen. Die Eingänge sollten um 16:00 Uhr öffnen. Aber wann beginnt das Konzert eigentlich??? Nirgends war 'ne Uhrzeit! Wir werden sehen.
Schnell trank ich den letzten Schluck meiner Coca Cola aus, da auf einem Schild am Eingang stand, daß Flaschen und Dosen nicht erlaubt sind. Auf die Idee, daß ich mich vielleicht an den Künstlereingang stellen
könnte, kam ich leider nicht. Vielleicht kam es davon, da ich ja nicht wußte, wann es beginnt. So wollte ich halt von Anfang an dabei sein. Außerdem kannte ich auch nicht den Programmablauf.
Gegen 16:30 Uhr öffneten sich die Eingänge endlich. Ich entschied mich für einen Gang auf die mobilen Toiletten und suchte dann meinen Platz. SUPERSICHT. Na ja, ich saß ja auch 7. Reihe
im ersten Block rechts vor der Bühne, dicht am Gang. Ich fragte die Frau neben mir, ob sie wüßte, wann es beginnt. Die hatte auch keine Ahnung. Na ja, lassen wir uns überraschen. Die Reihen füllten sich erst, als
Elaine Paige gesungen hat. Ich glaube sogar, die Reihe hinter mir war komplett frei. Auch in anderen Blöcken waren noch nicht alle Plätze besetzt.
Ich inspizierte die Bühne. Hatte ich nicht heute nachmittag Cliff mit vielen Tänzern rundherum tanzen sehen??? Aber jetzt war die Bühne doch viel zu klein zum Tanzen. Dann fiel mir der
schwarze Vorhang auf, der sicher den Rest der Bühne verdeckte. Was sich da hinter wohl verbirgt??? Ich war mir sicher, daß der Vorhang aufgezogen würde, wenn Cliff auf die Bühne kommt.
Irgendwann - vielleicht so kurz vor 18:00 Uhr - kam ein Typ auf die Bühne, der uns den Ablauf des Abends erzählte und der uns ein bißchen aufheizen wollte, was aber nicht so gut gelang,
denn wir sollten nur einmal einen Riesenapplaus hinlegen. Wie soll das auch funktionieren, wenn gerade mal die Hälfte des gesamten Publikums da ist. Auf jeden Fall machte ein ganz junger Sänger mit Namen Barratt Waugh den Anfang. Dieser war schon bei den Konzerten in der Royal Albert Hall dabei gewesen.
Dann kam eine Gruppe, die meinte, sie müßte die alten Hitparadenknaller von ABBA nachspielen. Eigentlich finde ich die Lieder nicht so schlecht, aber als Vorgruppe von Cliff machen sie
sich nicht so gut. Ich dachte ständig: "Wann ist es endlich vorbei?" Die Gruppe heißt übrigens Björn Again.
Gegen 18:40 Uhr war auch dieser Auftritt überstanden und es wurde auf der Bühne umgebaut. Das Schlagzeug war auf Rädern, so daß es nur rausgeschoben wurde. Echt witzig. Aber die
Instrumente, die jetzt aufgebaut wurden, sahen nicht nach einem Cliff-Auftritt aus. Kontrabaß, Saxophone, Klavier,....
Der Typ von vorhin informierte uns, daß Elaine Paige jetzt auf die Bühne kommt und hinterher noch ein Sänger, dessen Name er aber jetzt vergessen hätte. Er meinte, er hätte es sich besser aufschreiben sollen. Aber er wollte uns darüber informieren, sobald er den Namen wüßte. wirklich sehr witzig....
Gegen 19:00 Uhr kam Elaine Paige in einer schwarzen Abendrobe. Langer Rock mit Schlitz bis hoch zur Hüfte. Sie sang ein paar Lieder aus verschiedenen Musicals und ein paar eigene Lieder
bis es etwa 19:45 Uhr war. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, daß ich auf heißen Kohlen saß, solange Cliff noch nicht auf die Bühne kam.
Jetzt wurde wieder die Bühne umgebaut, oder besser gesagt, alles was vor dem schwarzen Vorhang war, wurde abgeräumt bis die Fläche komplett leer war. Die Spannung stieg ins Unermeßliche.
Endlich kam der Typ wieder und verkündete, daß es um 20:15 Uhr so weit wäre. Cliff's Auftritt. Welch ein Glück, daß ich an allen drei Abenden dabei sein durfte. Kurz vor dem ersten Konzert ertönten "We want
Cliff!!! We want Cliff!!! - Rufe" aus dem Publikum.
Die Musik donnerte los, die Tänzer kamen auf die Bühne gehüpft und Cliff hinterher.
Er sang folgende Lieder (die ersten und die letzten Lieder kann ich in der Reihenfolge wiedergeben):
1 On the beach
2 In the country
3 The minute you're gone
4 Dreamin'
5 Human work of art - (Jeder Hüftschwung von Cliff, ein Aufschrei im Publikum)
Summer holiday
Daddy's Home
Livin' doll
The young ones
Medley:
Power to all our friends
Congratulations
Dynamite
Do you wanna dance
A little in love
We don't talk anymore
Move it
Vita Mia im Duett mit Russel Watson
Can't keep this feeling in
16 Let it be me - Duett mit Elaine Paige
17 Miss you nights - Duett mit Elaine Paige
18 Wired for sound
Als Zugabe:
19 The Miracle
20 It's in everyone of us
Er hatte übrigens einen hellen Anzug an und darunter ein helles - vielleicht rosa? - Hemd und helle Schuhe. Als das Lied Vita Mia kam, sang er dieses im Duett mit dem Tenor (den ich
schon am Nachmittag erlebt hatte) Russel Watson. Dieser sang anschließend noch „Nessum Dorma. Cliff kam danach in einem schwarzen Hemd wieder.
Übrigens war die Bühne wunderbar dekoriert. Überall Grünpflanzen, in einer Ecke ein Surf-Brett und eine künstliche Palme. Rechts und links von der Bühne waren die Lautsprecherboxen hinter
einer riesigen Stoffleinwand versteckt. Auf dieser Stoffleinwand waren Palmen und Strand gezeichnet.
Gegen 21:45 Uhr war das Konzert zu Ende.
Da ich noch nie zuvor zu solch später Stunde in LONDON rumgelaufen bin, bin ich schnurstracks durch den Ausgang zur U-Bahn gelaufen. Unterwegs traf ich jemanden, der uns angeblich
offizielle Cliff-Kalender angeboten hat. Natürlich waren sie nicht offiziell, sonst wären sie auf dem Konzertgelände verkauft worden und nicht 5 Meter vor der U-Bahn-Station. Ich fragte nach dem Preis: 4.99 Pfund.
Also 15 DM. Ok, ich kaufte gleich 3 Stück.
Es waren viele Leute unterwegs. So viele, daß man in die Station Hyde Park Corner schon gar nicht mehr rein gelassen wurde. Jemand erklärte, daß man besser von Station Green Park, die nur
5 Minuten zu Fuß entfernt sei, fahren sollte.
Unterwegs zur Station Green Park, kam ich am Hard Rock Café vorbei, das noch voll besetzt war. Die Straße war so lebhaft wie eigentlich immer. Die Station war auch sehr voll. So voll, daß
ich keinen Platz in der U-Bahn bekam. Ich mußte dann noch an Victoria umsteigen. Bis ich endlich im Hotel war, war es ca. 23:00 Uhr. Die TOWER BRIDGE war angeleuchtet, was sehr schön aussah und was ich noch nie
zuvor gesehen hatte. So sah sie noch gewaltiger aus.
Nach einem wunderbaren Frühstück war ich gegen 9:00 Uhr auf den Weg über die TOWER BRIDGE. Ich hatte mir vorgenommen, an diesem Morgen auf der Südseite der Themse bis Westminster
langzuspazieren. Der Himmel sah sehr zugezogen aus. Die Hoffnung auf schönes Wetter habe ich gar nicht erst gehabt. Ich hatte die Absicht, zu Hause anzurufen. Aus diesem Grund habe ich in der Hay's Galleria (wo
ich schonmal war), versucht, die roten Telefonzellen auszuprobieren. Ob man es glauben will oder nicht: ich war vorher noch nie in einer roten Telefonzelle. Irgendwie habe ich nie die Chance genutzt. Und jetzt stand
ich in einer und keiner war zu erreichen !!!!!!!!
Dann bin ich weiter an der Themse. Der Weg hieß St. Martin's Lane Richtung London Bridge. Dort wollte ich die Southwark Cathedral besuchen und mein Kleingeld im Spendenkasten
loswerden. Allmählich wurde das Wetter besser.
Schnell war die Kathedrale gefunden und zum Glück war sie fast ohne Touristen. Mein Kleingeld klimperte im Spendenkasten, an dem ein Schild war, daß jeder Tourist mindestens 2.50 Pfund da
lassen sollte. So viel habe ich allerdings nicht reingeworfen.
Im vorderen Bereich war gerade jemand am beten. Ich habe mich also nicht getraut weiter zu gehen. Bloß keinen Lärm machen, war mein Gedanke. Fürs Fotografieren hätte man eine Genehmigung
gebraucht, die auch noch mal 1.50 Pfund gekostet hätte. Deshalb habe ich darauf lieber verzichtet.
Dann bin ich zurück über die London Bridge auf die andere Uferseite, da man an der Südseite nicht mehr weiter laufen konnte. Außerdem entdeckte ich auf meinem Stadtplan auf der anderen
Uferseite "The Monument". Aus dem Stadtführer kannte ich es als ganz hohe Steinsäule mit ca. 300 Stufen. Ich wollte also die Stufen erklimmen und London von oben sehen.
Ich kam am Monument an und dachte, daß es erst um 10:00 Uhr aufmachen würde. Aus diesem Grund saß ich draußen noch ein paar Minuten auf der Bank. Es war erst kurz vor 10. Der Himmel
zeigte mir inzwischen die Sonne.
Bald darauf kamen ein paar Leute, die einfach durch die Tür rein gingen und ich natürlich hinterher. Tatsächlich konnte ich den Eintritt von ca. 2 Pfund bezahlen und die Wendeltreppe
raufsteigen. Unten im Eingangsbereich war es sehr eng. Der Kassierer saß zusammengekauert in einer Ecke.
Zu Anfang dachte ich ja noch, daß die Wendeltreppe ganz angenehm zu gehen sei. Nach ca. 260 Stufen war ich anderer Ansicht. Ich habe mich sogar mal getraut, nach oben zu sehen. Oh, weia,
so viele Drehungen noch. Oben wurde die Wendeltreppe etwas enger und endlich sah ich wieder Licht. Es waren tatsächlich schon einige Leute oben. Die Aussicht war phantastisch. Das Wetter auch.
Ich fühlte mich zwar etwas unwohl, aber das verschwand, als ich endlich wieder unten war. Auf der letzten Stufe habe ich noch ein Zertifikat in die Hand gedrückt gekriegt, daß ich gerade
eben 311 Stufen rauf und wieder runter gelaufen bin.
Ein kurzer Blick auf den Stadtplan genügte, um die Lage zu peilen. Die einzige Möglichkeit, wieder ans Themseufer zu gelangen war, die Lower Thames Street und Upper Thames Street
runterzulaufen, um über die Southwark Bridge wieder auf die Südseite zu gelangen.
Über die Southwark Bridge gelangte ich endlich wieder ans Südufer. Auf dem Riverside Walk ging es in Richtung Westminster. Das Wetter war jetzt wirklich hervorragend. Es war richtig warm,
blauer Himmel überall, wunderbar.
Übrigens hatte ich jetzt eine wunderschöne Aussicht auf die gegenüberliegende Seite und auf die St. Paul's Cathedral. Ich nutzte die nächste Telefonzelle für einen kurzen Anruf zu
Hause.
Danach bin ich immer weiter gegangen, erst unter der Blackfriars Bridge und dann unter der Waterloo Bridge durch, wo auch ein Bücherflohmarkt veranstaltet wurde.
Irgendwann kam ich um die Kurve und konnte immer besser den Big Ben sehen, der wiedermal unschlagbar golden aussah im morgendlichen Sonnenschein. An der County Hall wurde das London Eye
gebaut.
Ich habe einen kleinen Bogen drumherum gemacht und bin dann in das Aquarium gegangen, das sich im Gebäude der County Hall befindet. Eintritt: 8 Pfund (24 DM). Wie lange ich drin blieb,
weiß ich nicht mehr, aber mind. 1 Stunde. Es war auf jeden Fall so faszinierend dort, daß ich gar nicht mehr weg wollte. Die großen Haie im Pazifikbecken hatten es mir sofort angetan. Ich konnte mich vor den großen
Scheiben auf die Kante setzen. Die kleinen Seepferdchen haben mir auch sehr gut gefallen. Ich hatte vorher noch nie Seepferdchen gesehen und war wirklich fasziniert.
Dann bin ich über die Westminster Bridge auf die andere Seite gegangen, um im Charing-Cross Bahnhof was zu essen und zu trinken zu kaufen. Auf dem Weg zum Bahnhof bin ich durch den
schon bekannten Garten vom Royal Horseguard Thistle Hotel gegangen, es waren sogar noch Bänke frei. Nachdem ich mir was gekauft hatte, überlegte ich kurzzeitig, ob ich nicht in den nahegelegenen Garten von Victoria
Embankment gehen sollte. Eine kleine Runde durch den Garten genügte, um mich für den anderen zu entscheiden. Hier war es nämlich noch viel voller. Als ich jedoch in den Garten vom Royal Horseguard Hotel
zurückkehrte, waren fast alle Bänke besetzt. Zum Glück ist dann gerade eine ganz schöne Bank im Schatten frei geworden.
Es war jetzt gegen 13:00 Uhr und ich machte es mir erstmal gemütlich. Nach dieser Pause habe ich erstmal Bianka angerufen. Das Telefon dazu war ganz in der Nähe vom Charing Cross Bahnhof.
Danach bin ich von Embankment bis Piccadilly Circus zwei Stationen gefahren. Dort wollte ich in den Rock Circus. Also zur Wachsfigur von Cliff. Am Freitag hatte ich ja schon von außen
gesehen, daß alles etwas anders aussah. Drinnen mußte ich schon unten im Erdgeschoß die Karte kaufen. Die Kartenabreißerinnen an der Rolltreppe machten noch einen Scherz, von wegen: "Sieht das etwa aus wie ein
Ticket??? Wo haben Sie das denn gekauft???" Ha, ha, ha, wirklich sehr witzig.
Ich bin in die zweite Etage gefahren und habe im ersten Raum schon Cliff gesehen. Die neuere Figur. Diesmal ohne Namensschild. Es gab diesmal auch keinen Kopfhörer.
Im nächsten Raum gab's schon die Show. Diese war fast genauso wie sonst auch. Der Zuschauerraum hat sich ein paar Mal gedreht, Figuren haben sich zur Musik bewegt. Filme über die
Musikgeschichte wurden gezeigt. Aber einen ganz entscheidenen Musiker haben sie wiedermal vergessen. Na ja, ich stelle ja gar keine Ansprüche mehr....
Irgendwann öffnete sich vor uns die Bühne und wir konnten über eine Treppe in den mir schon bekannten großen Raum gelangen. Dort waren viele Figuren und in einer Ecke auch schon der Shop.
Über den Rundgang gelang man zu den anderen Figuren. Auch zu der anderen Cliff-Figur. Sie stand allerdings hinter einer Scheibe. Anscheinend war es aufgemacht, wie die 2 I's Coffee Bar, in der Cliff damals
aufgetreten ist. An der Fensterscheibe stand etwa ein Satz wie: "Sir Cliff Richard hat 1958 seine Karriere in der 2 I's Coffee Bar begonnen". Und da drüber war der Schriftzug dieser Bar.
Zwischendurch durften wir uns noch Starsouvenirs ansehen, wie z. B. eine Gitarre von Eric Clapton. Die Klamotten von den Beatles oder Schuhe von Elton John. Außerdem hingen dort goldene
Schallplatten. Es hat mich aber nicht sonderlich interessiert und ich bin weiter zur Wall of Hands. Cliff's linke Hand hing diesmal weiter unten.
Also fuhr ich zurück zum Hotel, da ich diesmal etwas später zum Konzert gehen wollte, wenn nämlich die Gruppe Björn Again fertig ist. Ich weiß nicht mehr, wann ich losgefahren bin, auf
jeden Fall war ich genau zum letzten Lied dort. In der ganzen Menschenmasse konnte ich nicht mehr erkennen, wo die Tafeln waren, auf denen die Blockbezeichnung stand. Offensichtlich wurden diese abgebaut während des
Konzertes, sonst hätten die hinteren Leute nichts mehr gesehen. Auf jeden Fall hielt ich jedem Aufpasser und Platzanweiser meine Karte unter die Nase und verstand trotzdem nicht, was sie sagten. Ich durfte nämlich
nicht dort lang gehen, wo die Kamera stand und mußte irgendwie einen Umweg machen. Da ich wußte, daß "Dancing Queen" der letzte Titel von Björn Again war, stellte ich mich an die linke Seite der Bühne, um
zu warten, bis die Musik aufgehört hat. Natürlich hat mich 'ne Frau drauf angesprochen und gemeint, daß ich eigentlich nicht dort stehen bleiben durfte. Na ja, meinen Platz hatte ich schnell gefunden. SUPERSICHT
auch von hier.
Da ich diesmal keine Tasche bei mir hatte, war ich mobiler und konnte schneller am Ende des Konzertes an die Bühne laufen, um Fotos zu machen. Es war wiedermal genial. Eigentlich gab es
keine großen Unterschiede zum Vortag. Diesmal allerdings entschied ich mich, am Ende des Konzertes darauf zu warten, daß Cliff das Gelände verlässt.
Das Konzert war eigentlich genauso, wie am Abend vorher, außer, daß Cliff am Ende (als ich schon vorne stand), sich plötzlich gewundert hat, warum alle von der Bühne rennen. Er meinte:
"Was ist denn jetzt los???" Dann drehte er sich rum, fragte Alan am Keyboard und meinte zum Publikum: "Oh, we finished".
Ich fand, es war ein ganz verrückter Augenblick, als er das sagte. Jeder hat noch was erwartet und plötzlich heißt es: es ist vorbei. Cliff wünschte uns schnell eine Gute Nacht und Gottes
Segen und verließ die Bühne.
Durch diese Unterbrechung mußte das Publikum praktisch spontan applaudieren. Sonst war es so, daß das Publikum zum letzten Lied applaudiert und Cliff währenddessen sagt: Goodbey and God
bless....Der Applaus schwillt an und Cliff kommt ab und zu wieder auf die Bühne. Durch die Unterbrechung war es im Publikum ziemlich ruhig. Jeder wollte ja wissen, was er noch zu sagen hat.
Ich war irgendwann nach Ende des Konzertes am Künstlereingang. Mit mir wartete vielleicht noch die Hälfte des ganzen Publikums. Auf jeden Fall standen alle den Weg entlang. Schnell kamen
zwei berittene Polizisten, die sehr energisch erklärten, wir sollten alle auf den Rasen zurücktreten.
Es war schon lustig zu sehen, wie die Engländer mit ihrer Polizei umgehen. Den Bart streicheln und dann zu fragen, ob Cliff eventuell noch drin wäre und mit welchem Auto er rauskommt, war
anscheinend normal. Die Polizisten allerdings gaben vorerst keine Auskunft. Da waren sie ja wirklich eisern.
Leider stand ich nicht so, daß ich genau in den Eingang hineinsehen konnte, sondern weiter rechts. Neben mir stand eine Engländerin, die sich ständig mit einer anderen unterhalten hat.
Sie erzählten viel. Z. B. kamen gerade ein paar Leute aus dem Eingang und die Frau meinte: "Hey, du willst mir nicht erzählen, das DIE LEUTE dort die VIP-Pässe gekriegt haben. Nicht diese Leute!" Vielleicht hatte es sich nicht gelohnt, auf Cliff zu warten, um ihn zu sehen. Aber es hatte sich gelohnt zu warten, nur um mal die Reaktionen der Leute mitzubekommen.
Ziemlich am Anfang unserer Warterei waren da Fans, die im Chor für Cliff ziemlich laut gesungen haben We love you, Cliff, we do. We love you, Cliff, we do. We love you Cliff, we do. Cliff
Richard, we love you...." Es war auf jeden Fall sehr sehenswert. Den Text veränderten sie mit Namen wie John oder David (John Clark, Gitarrist; David Bryce, Manager).
Von meinem Standpunkt aus konnte ich einen Mercedes in der Einfahrt erkennen. Aber ich wußte, daß Cliff sicher mit dem Land Rover kommen würde. Der Mercedes stand wirklich ganz lange
dort.
Zwischendurch versuchten die anderen Leute, aus den Polizisten herauszubekommen, ob Cliff noch drin ist oder ob er im Mercedes saß. Aber es kam keine Antwort. Irgendwann jedoch überlegten
sie es sich und berieten sich einen Augenblick, bis ein Polizist auf uns zukam und nickte. Alles schrie auf....
Endlich kam Cliff's Gitarrist, John Clark, aus dem Eingang. Die anderen fragten ihn schnell, ob Peter noch drin sei. Er bejahte die Frage und ging seines Weges. Ich staunte nicht
schlecht, daß John einfach so, ohne Begleitung wie ein Normalbürger aus dem Eingang kam und auf dem Weg durch den Hyde Park ging.
Für viele Cliff - Fans dürfte er einer der besten Gitarristen überhaupt sein. Jedenfalls ist er das für mich. Immerhin ist John schon länger als 10 Jahre in Cliff's Band und dann geht er einfach so spazieren. Wahrscheinlich ist er auch noch mit der U-Bahn gefahren!!!
Dann wurde es spannend. Ich stand jetzt fast 40 Minuten dort und es war nicht mehr so warm wie am Tage. Ich hatte mich etwas besser hingestellt, so daß ich alles überblicken konnte.
Endlich sahen wir alle von ganz hinten eine Kolonne Polizei-Motorräder mit Blaulicht um die Ecke biegen. Dahinter ein Land Rover..... und ein paar Polizei-Motorräder hintendran. Wie ein SUPERSTAR wurde er
chauffiert. Blaulicht überall in der dunklen Nacht. Aufregung. Cliff. Er saß wohl auf dem Beifahrersitz, hat gewunken und verschwand.
Es wurde auch für mich Zeit. Diesmal ging ich nur bis zur Hyde Park Corner. Ich konnte ohne Schwierigkeiten in die U-Bahn, umsteigen in South Kensington und um ca. 23:30 Uhr war ich an
der beleuchteten TOWER BRIDGE. Der Vorteil von der Warterei war auch, daß die Bahnen nicht mehr so voll waren.
Am nächsten Morgen wollte ich ursprünglich von Trafalgar Square bis Big Ben laufen, wenn nicht so viele Touris dort sind. Doch erstmal war ich sehr müde und zum Zweiten hatte ich keine
Lust wieder die gleiche U-Bahn Strecke zu fahren, wie an den Vortagen. Ich entschied mich also, heute den Greenwich-Tag einzulegen.
Nach dem Frühstück ging ich zur Haltestelle Tower Gateway, wo die Docklands Light Railway abfährt. Leider konnte ich nicht durchgehend bis Island Gardens fahren, da ein Stück gebaut wird.
So mußte ich von Crossharbour bis Island Gardens mit dem Bus fahren. Eine wacklige Angelegenheit. Ich dachte, er kippt um. Wirklich.
Von Island Gardens mußte ich also noch unter der Themse durchlaufen und ich stellte mir die Angelegenheit wie eine Unterführung vor. Tatsächlich aber mußte ich erstmal eine Wendeltreppe
nach unten laufen. Ganz schön tief nach unten. Dann ging ein ziemlich feuchter und kalter Gang unter dem Fluß lang.
Auf der anderen Seite angekommen, durfte ich schonmal den Superblick Richtung Canary Wharf werfen. Außerdem stand dort ein ziemlich großes ausrangiertes Schiff, die "Cutty
Sark". Ich machte ein paar Fotos und suchte den Weg Richtung Royal Observatorium.
Auf dem Weg dorthin mußte ich tatsächlich einen Berg rauflaufen. Ich wußte ja gar nicht, daß es oben auf einem Hügel liegt. Die Sonne war auch heute wieder voll im Einsatz und machte den
Tag zu einem warmen Erlebnis. Völlig erschöpft ging ich oben einen Weg nach links rein und kam an einem kleinen Garten vorbei. Ich wußte erst nicht recht, wo sich der Eingang befindet und so bin ich den Weg
geradeaus weitergelaufen.
Ich kam dann an einen grandiosen Aussichtspunkt. Jetzt war ich also ganz oben auf dem Hügel und es war herrlich. Ganz weit unten befand sich nun die Themse. Weit in der Ferne konnte ich
sogar die Kuppel der St. Pauls Cathedral erkennen. Wunderbar. Ich sah mich um und konnte beim besten Willen nicht den Eingang in den kleinen Innenhof erkennen. Natürlich war da ein Gittertor und wohl eine Tür, aber
die waren abgeschlossen. Mir war es echt schleierhaft, wie die Leute da rein gekommen sind. Zuerst bin ich in den Souvenirladen gegangen, da ich dachte, von dort rein zu gelangen. Doch im Laden waren zwar Türen zum
Innenhof, aber dort stand "Kein EINGANG". Superklasse, und wo soll der bitte sein???
Ich ging noch mal den Weg zurück, den ich gekommen bin. Vielleicht hatte ich ja eine Möglichkeit übersehen. Diesmal ging ich halt in den Garten rein und sah hinten eine kleine
Steintreppe. Ob diese in den Innenhof führt??? Nein. Natürlich nicht, warum es so leicht machen??? Übrigens war es hier sehr schön. Viele kleine braune Eichhörnchen und Tauben liefen hier rum. Überall wo ich hinsah,
war ein Eichhörnchen auf dem Rasen.
Aber so süß sie auch waren, sie halfen mir nicht bei der Suche nach dem Eingang. Aus diesem Grunde ging ich weiter rum und kam an den Toiletten vorbei. OK. Ein Toilettengang ist
genehmigt. Danach wurde weitergesucht. Aber zu meinem größten Erstaunen war ich wieder an dem Aussichtspunkt. Ich hatte doch überall nachgesehen. Wie kommen bloß diese Touristen da rein ???
Ich setzte mich erstmal auf eine Bank und wartete, auf das was da kommen mag. Dann entdeckte ich die ziemlich große Touristengruppe. Mir kam die Idee, mich darunter zu mischen und
zufällig mit denen mitzulaufen, da ich dachte, sie führen mich in den Innenhof. Aber leider sind sie vom Berg wieder runtergelaufen, falsche Richtung. Ich pflanzte mich in den Garten auf die Bank und erkundete
irgendwann einen kleinen Gang, der mich aber wieder in den Garten zurück führte. So'n Mist. Warum ist das nur so kompliziert??? Gibt es denn niemanden, der das gleiche Problem hat???
In dem Garten mit den Eichhörnchen machte ich Rast und aß meine Birne und was ich sonst noch bei mir hatte. Plötzlich kamen ein paar Leute und liefen auch zu dieser Steintreppe. Einer von
denen sagte auf englisch, daß sie den Eingang bis jetzt noch nicht gefunden hatten. In der letzten Sekunde entschied ich mich, den Leuten hinterher zu gehen. Also zog ich meine Schuhe wieder an und ging mit.
Als ich das dritte Mal am Aussichtspunkt angelangte, hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Doch dann sah ich die Türen. Die waren eigentlich nicht zu übersehen. Drüber stand auch noch:
"Eingang". Ach Du meine Güte... ok, bitte kein Kommentar ! Nicht zu peinlich das Ganze. Also bezahlte ich 5 Pfund und war endlich in dem Innenhof. Zu sehen gab es eine Digitalanzeige, die bis zum Jahr 2000
rückwärts zählt, ein paar Museen mit alten Zeitmeßgeräten, Sternsichtgeräten.
Es war so gegen 11:30 Uhr, als jemand auf dem Innenhof über die Geschichte von Zeit und Raum, die hier entstanden ist, berichtete. Wie man früher auf hoher See den genauen Standort
ausgemacht hat und die Zeit gemessen hat und so weiter.
Nach einer halben Stunde oder so bin ich wieder gegangen. Im nahegelegenen Café habe ich mir erstmal Rast gemacht. Das Sandwich hat furchtbar geschmeckt. Es war mit irgendeiner ekligen
Soße bestrichen und mit Käse.
Dann habe ich in einem Zeitungsladen eine Zeitung und Postkarten gekauft und bin den Weg wieder zurückgegangen. Wieder durch den feuchten Gang unter der Themse, der jetzt aber überfüllt
war. Ziemlich viele Menschen. Wie gut, daß ich nicht an Platzangst leide......
Nach einer kleinen Ewigkeit bin ich im Hotel angekommen. Mir war noch nicht ganz klar, ob ich früher oder später zum Konzert sollte. Sollte ich mir Björn Again noch mal antun ?? Obwohl
ich ja Barratt Waugh gar nicht schlecht fand und dieser noch vor Björn Again nur zwei Lieder singt.
Aber eines war klar, ich mußte mir noch irgendwo was zu essen kaufen. Da heute ja Sonntag war, wußte ich nicht, ob das Harrods offen hat und so bin ich auf gut Glück bis Knightsbridge
gefahren. Schon in der U-Bahn-Station stand ein Schild, daß es heute nicht offen hat. Aber man sollte es ja bei Harvey Nichols versuchen. Na toll, und wo ist das???
Ich lief also in irgendeine Richtung die Straße lang und zum Glück fand ich noch einen Laden auf der anderen Straßenseite: LORDS. Dort kaufte ich alles nötige und ging Richtung Hyde Park.
Ich wußte ja eigentlich, daß ich keine Flaschen und Dosen mit aufs Konzertgelände nehmen durfte, dennoch hatte ich eine große Plastikflasche gekauft. Am Tag vorher hat mich nämlich
keiner kontrolliert. Vielleicht lag es daran, daß ich keine Tasche bei mir hatte. Heute aber, war es anders. Ich sah, daß die anderen Leute die Tasche aufmachen mußten und so stopfte ich die Plastiktüte über die
Flasche, die eigentlich fast oben aus der Tasche rausguckte. Natürlich machte ich meine Tasche nur halb auf und zu oberst lag natürlich der Fotoapparat. Die Frau allerdings befühlte den Taschenboden von außen und
fragte mich, ob ich Flaschen bei mir hätte. Ich verneinte natürlich und so durfte ich durchgehen. Welch Wunder, daß sie die Flasche nicht gefühlt hat, obwohl sie genau an der Stelle kontrolliert hatte!!!!
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nicht ohne Cliff-T-Shirt aus LONDON abzufliegen. Dies war meine letzte Chance und so kaufte ich für 12 Pfund eins am Souvenir-Stand. Danach begab ich
mich schnurstracks auf meinen Platz.
Jetzt brannte die Sonne so stark, daß ich fürchtete, ich würde einen Sonnenstich erleiden, wenn ich meinen Kopf nicht bedeckte. Es war mir echt egal, wie ich aussah, deshalb faltete ich
das T-Shirt und legte es über meinen Kopf. Ach, schon besser. Mit Sonnenbrille auf der Nase war ich also nicht mehr zu erkennen.
Alles war wie am Freitag. Der Platz war mal wieder wunderbar und gegen 18:00 Uhr kam dann Barratt Waugh, danach Björn Again bis 18:40 Uhr. Um 19:00 Uhr sang Elaine Paige ihre Lieder,
machte die gleichen abgedroschenen Witze wie die Abende vorher und um 20:20 Uhr kam endlich Cliff.
Auch diesmal war es super. Es gab nichts Neues. Nach den zwei Zugaben war es aber wirklich vorbei. Ich wußte noch nicht, ob ich auf Cliff warte oder nicht. Ursprünglich wollte ich einfach
mal zum Künstlereingang und mal sehen, was passiert und dann entscheiden, ob ich bleibe oder nicht. Ich fühlte nämlich schon leichte Halsschmerzen.
Es war gegen 22:00 Uhr, als ich am Künstlereingang stand. Wieder mal kamen die berittenen Polizisten und scheuchten uns auf den Rasenrand zurück. Diesmal aber stand ich ziemlich gut. Ich
konnte ganz in den Eingang hineinsehen. Es waren ein paar Leute dort, die anscheinend zum ersten Mal dort standen. Sie unterhielten sich darüber, wann Cliff kommt und mit welchem Auto und so. Ich konnte nicht
anders, als sie darüber zu informieren, daß es sich noch hinzögern könnte und daß wir ihn kaum gesehen haben.
Die eine Frau meinte, ihre Freundin warte auf die Tochter, die eine von den Tänzerinnen gewesen sei. Tatsächlich kam die Tochter bald raus und sie gingen wohl nach Hause.
Ich hatte mir überlegt, es wäre klüger, nicht in dieser Menschenmasse stehenzubleiben. Ursprünglich wollte ich eine Ecke finden, wo ich ganz alleine stehe. Es war nur 'ne verrückte
Idee. Ich dachte erst, es wäre klug, sich vorne an die Hauptstraße hinzustellen. Ich wollte einfach so tun, als wenn ich ihn zufällig irgendwo im Autogewühl auf der Straße entdecken würde. So ganz rein zufällig. Zum
Beispiel, daß ich zufällig vor ihm über den Zebrastreifen marschiere, oder so. Ich wollte erreichen, daß er nur mich sieht, niemanden sonst. Dies war meine einzige Chance. Doch es kam mal wieder anders, als geplant.
Es war jetzt gegen 22:15 Uhr und ich wanderte die Straße entlang, die er langkommen mußte. Ich ging auch ziemlich langsam, da ich hoffte, hinter mir bald die Scheinwerfer eines Landrovers
zu erkennen. So ging ich im Dunkeln immer weiter Richtung Hyde Park Corner. Im Prinzip war diese dunkle Straße äußerst unpassend, um Cliff noch zu sehen, denn es war hier sehr dunkel. Wahrscheinlich hätte ich ihn nicht und er mich nicht gesehen. Natürlich standen vorn bei der Einfahrt auf die Hauptstraße auch noch ein paar Frauen, die alle auf ihn warteten.
Aber auch dort konnte ich was erleben. Ein Aufpasser unterhielt sich mit den Frauen und erzählte die abenteuerlichsten Geschichten. Ich habe zwar immer mit einem Ohr zugehört, doch leider
habe ich nicht alles behalten. Ich weiß nur noch, daß er meinte, egal welche Musikgruppe oder welcher Sänger ein Konzert gibt, immer gehen die Leute danach brav nach Hause. Doch bei Cliff warten die meisten noch auf
ihn, nur um ihn noch mal zu sehen. Verrückt.
Eine der Frauen luckste diesem Aufpasser seinen Ausweis ab. Was drauf stand, weiß ich aber nicht. Es war aber, glaube ich, kein Backstage-Ausweis. Er erzählte noch, daß sich ein
weiblicher Fan das große Stofftransparent von dem Zaun an der Straße abmontiert und es sich zu Hause aufhängt. Er meinte weiter, daß sich noch eins am Zaun befinden muß, nämlich wenn man bei Marble Arch um die Ecke
geht. Eine der Frauen sagte, sie wolle dort mal nachsehen. Da ich aber weiß, wie weit es bis dahin noch ist, warf ich die Hoffnung auf das Stofftransparent sofort über Bord. Es war ja auch kein Bild drauf. Und wenn
ich hinkomme, hat es sich schon jemand mitgenommen, wie???
Ich stand jetzt dort, wo die Straße aus dem Hyde Park in die Hauptstraße einmündet. Und es war etwa 22:30 Uhr. Ich konnte fast nicht mehr. Mein Hals wollte anscheinend explodieren und
mein Körper sagte, er wolle schlafen. Doch es hätte sich alles nicht gelohnt, wenn ich jetzt ins Hotel fahre. Also blieb ich. Bis ca. 22:50 Uhr, als Cliff endlich kam. Helle Aufregung. Auf der vollkommen dunklen
Straße im Hyde Park kam eine Blaulicht-blinkende Kolonne. Zwei Motorräder vorne, zwei hinten. Ich stand mitten auf der Straße, da keiner so genau wußte, in welche Richtung er wegfährt. Aber auf jeden Fall habe ich
ihn besser erkannt, als am Abend zuvor. Er saß mal wieder auf dem Beifahrersitz seines Land-Rovers und winkte. Ich vermute sogar, daß das Licht im Auto an war, denn ich konnte ziemlich viel von ihm erkennen.
Ich ging zur Hyde Park Corner-Station und fuhr wieder über South Kensington ins Hotel zurück.
Ich stand etwas später auf als sonst. Gegen 10:00 Uhr habe ich gefrühstückt und bin dann zum Tower gelaufen, um meine Mutter anzurufen. Danach fuhr ich von TOWER HILL bis Embankment und
von dort bis Regent's Park. Ich wollte ja nicht den ganzen Tag im Zimmer verbringen. Außerdem brauchte ich mal wieder was zu essen und zu trinken.
So fuhr ich erstmal in den Regents Park zu den Rosen. Ich fand sie auch ziemlich schnell. Es war dort gar nicht so groß, wie angenommen. Aber dafür dufteten sie noch genauso wie vor einem
Jahr. Und - oh Wunder - ich konnte sogar von ein oder zwei Sorten den Namen sagen, ohne auf das Schild zu sehen. Dann machte ich auf verschiedenen Ecken Pause und aß, was ich bei mir hatte. Ein paar Fotos waren
schnell verknippst. Auf die Uhr habe ich heute kaum geachtet.
Ich wußte nur eines: daß ich noch kurz auf der Oxford Street bei Selfridges einkaufen werde und danach ins Hotel zurückkehre. Egal, wie früh es ist. Es war mir wichtig, mich nicht zu
überanstrengen, denn ich wollte ja am Mittwoch noch nach Hause und hatte hier keine Tabletten. Und die Fahrt zum Flughafen ist immer anstrengend, auch wenn ich nicht so schwere Taschen gehabt hätte.
Im Regents Park habe ich noch ein paar englische Hausfrauen beobachtet, die es sich anscheinend zum Hobby gemacht haben, in Gesellschaft anderer Frauen, den Teich und die Enten zu
zeichnen. Eigentlich traf ich während meiner ganzen Reise an verschiedenen Orten Leute, die gezeichnet haben.
Über Oxford Circus erreichte ich bald Selfridges. Dort kaufte ich erstmal für die nächsten Tage ein.
Nach einer Ewigkeit war ich im Hotel. Die Uhr zeigte fast 14:30 Uhr. Aber das war mir egal. Ich kam zum Zimmer und hatte so eine Vorahnung, daß meine Karte wieder nicht funktioniert. Ich
steckte sie bestimmt 20mal in den Schlitz, aber das Licht leuchtete nur rot auf. Mist. Was mache ich jetzt??? Ich fragte eine Putzfrau, diese probierte es und meinte, ich sollte mir besser eine neue Karte an der
Rezeption holen.
Endlich war ich im Zimmer. Ich las etwas in den gekauften Büchern und aß und trank erstmal den ganzen Nachmittag. Von 15:00 Uhr bis ca. 17:00 Uhr schlief ich. Ich rappelte mich wieder auf
und schaute fern. Mein Hals tat immer noch weh. Ich konnte nur hoffen, daß ich am Mittwoch einigermaßen gesund bin. Ich glaube, daß ich so um 22:00 Uhr geschlafen habe.
Am nächsten Morgen ging es mir erstaunlicherweise viel besser. Die Halsschmerzen hatten nachgelassen und ich fühlte mich recht fit. Am Aufzug stand ein Schild, daß heute nachmittag von
17:00 Uhr bis 17:30 Uhr eine Notfall-Übung sei. Also daß die Aufzüge dann nicht benutzt werden dürften. Zum Frühstück kam ich unten im Erdgeschoß an und die nette Bedienung sagte mir, daß es noch einige Augenblicke
dauern könnte, bis ich einen Platz kriege. Ob ich denn nicht lieber in die 1. Etage gehen wollee. Dort wäre das Frühstück genauso. Ich wußte ja, daß es im "Upper Foyer" (wie sich die Zwischenetage nannte)
auch Frühstück gab.
Ich stand jetzt also im Eingang eines super-feinen Raumes, der voller dicker Sessel und gepolsterten Stühlen war. Alles war besetzt. Jeder unterhielt sich. Was nun??? Bleibe ich hier
stehen? Ist hier der Frühstücksraum? Sah nicht danach aus. Also ging ich ein Stückchen weiter durch den Raum und endlich sah ich den Frühstücksraum. Ich blieb allerdings lieber vorne stehen, da man immer zum Platz
geführt wurde. Jetzt kam auch endlich eine junge Dame, die mich fragte, ob ich frühstücken wolle und ob ich einen Einzelplatz haben wollte. Ja und Ja. Bitte Zimmer-Nr.??? 540. OK, dann warte ich halt noch 5 Minuten.
Endlich kam die Frau wieder, nannte nochmals meine Zimmer-Nr. und begleitete mich an einen Tisch. Ich holte mir vom Büfett mein Frühstück und mußte betrübt feststellen, daß es keine
Cornflakes gab. Nur in kleinen Packungen, die ich aber nicht anbrechen wollte. Ansonsten war es hier viel feiner. Für den nächsten Morgen entschied ich aber wieder den anderen Frühstücksraum.
Für heute nahm ich mir vor, die Wachablösung am Buckingham Palast anzusehen. Die fängt jeden Tag um 11:30 Uhr an. Ich fuhr so vom Hotel los, daß ich bereits um 10:00 Uhr an der Station
St. James's Park war. Doch vorher habe ich an der TOWER BRIDGE noch ein Foto für einen Japaner gemacht, der mich bat, ihn zu fotografieren.
Diesen Japaner traf ich am Ausgang von der Station St. James's Park wieder. Er meinte, ob ich zu "Changing the guard" wollte und ob ich 'ne Karte für den Palast hätte.
Ich erwiderte, daß ich ihn nicht besichtigen wollte und auch kein Ticket dafür hätte. Dann laberte er mich noch irgendwie voll, ob wir zu früh oder zu spät kämen. Das habe ich aber nicht ganz verstanden. So ging er
denn links rum und ich ging rechts um die Ecke.
Durch den St. James's Park war ich bald am Palast angelangt. Von Ferne sah es so aus, als hätte die Wachablösung schon begonnen. Ich sah die schwarzen Pelzhüte und ganz viele
Menschen. Also bin ich das letzte Stück schnell gelaufen. Als ich jedoch näher kam, sah ich, daß ich mich getäuscht hatte. Statt dessen stand auf dem Schild hinter dem Zaun: Heute findet keine Wachablösung statt.
Nächste Wachablösung morgen 11:30 Uhr. SUPERKLASSE. Jetzt bin ich hier schon und nichts findet statt.
So bin ich dann dort noch rumgelaufen, habe Fotos gemacht und bin zurück Richtung Parlament und Westminster Abbey gegangen. Erst bin ich ein kleines Stück auf The Mall langgelaufen und
dann wieder durch den St. James's Park.
Auf dem Weg zur Westminster Abbey kam ich an der Methodist Central Hall vorbei und ich dachte, man könnte diese mal besichtigen. Ich ging also rein, wechselte dort meinen Film und ging
wieder raus. Offensichtlich gab es keinen besonderen Innenraum, den man besichtigen konnte. In der Zwischenzeit habe ich schon bemerkt, daß die Batterie meines Fotoapparat schwächelte. Ich brauchte also eine neue.
Schon bei dem einen Cliff-Konzert hatte sich eine Batterie verabschiedet. Aber da hatte ich noch eine angefangene im Hotelzimmer, zur Sicherheit von zu Hause mitgebracht. Jetzt aber mußte
ich mir eine kaufen.
Ich wanderte erstmal in den Souvenirladen direkt an der Westminster Abbey und kaufte dort ein englisches Buch und ein paar Postkarten. Leider gab es dort keine Batterie für mich.
Jetzt wollte ich eine Ecke besuchen, wo ich schonmal war. Ich ging über den Dean's Yard. Ich kannte noch die kleine Tür an der Seite der Westminster Abbey. Diese Tür führte
offensichtlich in den Kreuzgang der Kirche. Von innen sah es aus wie ein Kloster. Dicke Steinmauern. Ein kleiner Innenhof. Mit Springbrunnen, Blumen, Rasen.
Dort konnte man sich auch was zu essen kaufen. Also kaufte ich zwei Flaschen Coca Cola und ein Sandwich und machte erstmal eine Pause auf den Steinbänken.
Ich beobachtete währenddessen die Touristen. Irgendwo neben mir befand sich die Ticket-Kasse für die Abbey. Ich nahm also an, daß man jetzt schon für die gesamte Kirche eine
Eintrittskarte brauchte. Früher war es noch so, daß man nur für den hinteren Raum ein Ticket brauchte. Vorne kam man noch umsonst rein. Links von mir war anscheinend der Eingang und weiter rechts war auch eine Tür.
Dort stand aber ein Straßenverkehrsschild vor. Dieses Schild bedeutet eigentlich "Durchfahrt/Einfahrt verboten". In diesem Fall bedeutete es, daß man dort nicht in die Kirche gehen durfte.
Plötzlich sah ich aber ein paar Touristen, die vor mir durch genau diese Tür gingen. Ich wollte mal sehen, was passiert, wenn ich hinterher gehe. Ob es wohl jemand merkt??? Es war mir
eigentlich klar, daß ich nicht durchgehen durfte. Und so wunderte ich mich kaum, als mich jemand ansprach, wo denn mein Ticket sei. Ich meinte, ich hätte keins und wurde freundlich wieder rausgeschickt.
Jetzt ging ich durch die gleiche Tür raus und befand mich auf den Dean's Yard. Ich lief noch etwas durch die Straßen, bis ich mich am Victoria Tower vom Parlament befand. So begegnete
ich doch wieder diesem Japaner, den ich an der TOWER BRIDGE fotografiert hatte. Ich denke, daß er mich auch erkannt hatte. Aber ich wollte so schnell wie möglich weiter. Er soll mir bloß nicht folgen.
Das erste was ich brauchte, war eine neue Batterie. Ich wußte auch, wo ich die kriege. Nämlich in dem Souvenir-Laden mit den Cliff-Fotos. Dort konnte ich nicht anders, als auch Postkarten
zu kaufen.
Ich überlegte, wo ich hingehen sollte und entschied mich für die National Gallery, da ich ja wußte, daß der Eintritt frei war. Durch den neuen Anbau "Sainsbury Wing" gelangte
ich hinein, da dort nicht so viele Leute vorstanden, wie beim Haupteingang.
Im Shop unten im Erdgeschoß erstand ich vier Kugelschreiber. Dann ging ich die Treppen rauf und oben befand sich eine Bank an der Fensterseite rechts. Dort ruhte ich mich eine zeitlang
aus.
Danach lief ich irgendwie etwas wirr durch die Ausstellungsräume. Es waren wirklich sehr viele Touristen dort. Durch das Hauptgebäude lief ich auch noch etwas herum und konnte endlich mal
alle bekannten, langweiligen Ölgemälde betrachten. So richtig Lust hatte ich nicht dazu. Ich ging also durch den Haupteingang raus.
Ich hatte noch etwas Zeit übrig und auch sonst fühlte ich mich noch imstande dazu, wenigstens die Abbey Road Studios zu besuchen. Also fuhr ich von der U-Bahn-Station Charing Cross vier
Stationen bis St. John's Wood. Ich brauchte gar nicht mehr auf den Stadtplan zu schauen, da ich genau wußte, wo ich lang mußte. Nur die Grove End Road lang und dann müßte es dort sein.
Sogleich sah ich den wohl berühmtesten Zebrastreifen der Welt. Gleich neben diesem Zebrastreifen waren die Abbey Road Studios. Die früher mal weiße Mauer war jetzt über und über mit
Unterschriften und Botschaften vollgekritzelt. Wenn ich meinen Stift nicht im Hotel gelassen hätte, hätte ich sicher was für Cliff draufgeschrieben.
Zum Glück waren nur einige wenige Fans dort, die sich aber am Zebrastreifen aufhielten und immer versuchten, drüber zu laufen. Aber ständig kamen Autos. Na ja, ich bin auch mal drüber
gelaufen und habe ein paar Fotos gemacht. Übrigens stand natürlich ein Land Rover vor den Studios. Das Auto sah ich schon, als ich hinkam. Man kann sich wohl leicht denken, an wen ich gedacht habe, oder???
Ich bin danach wieder zurück zum Hotel gefahren, da ich mich heute nicht verausgaben wollte. Man geht lieber auf Nummer sicher, wenn es einem nicht so gut geht, oder??? Leider weiß ich
nicht mehr, welchen Weg ich zurück genommen habe. Aber die Hauptsache war ja, daß ich sicher angekommen bin.
Am nächsten Morgen, es war schon Mittwoch, mußte ich auschecken. Da ich nicht genau wußte, bis zu welcher Uhrzeit ich mein Zimmer verlassen mußte, ging ich wie immer runter zum
frühstücken (diesmal bekam ich keinen Tee), packte dann meine Sachen zusammen und schleppte sie runter. Übrigens waren heute meine Halsschmerzen - wie durch ein Wunder - fast weg. Um nicht zu sagen, sie waren nicht
mehr zu spüren. Vielleicht hatten mich die drei Konzertabende doch mehr angestrengt als ich dachte.
Auf jeden Fall konnte ich beruhigt auschecken. Meine Taschen lagerte ich in dem Gepäckraum, der ja immer bewacht wurde, davon ging ich wenigstens aus. Also konnte ich beruhigt bis zum
späten Nachmittag in der Stadt rumspazieren.
Die einzige Möglichkeit, die Stunden rumzukriegen, ohne sich großartig anzustrengen und gleichzeitig viele Fotos machen zu können, war eine Bootsfahrt auf der Themse Richtung Kew Gardens
oder Richmond. Also fuhr ich bis Westminster und stieg dort in ein Boot Richtung Kew Gardens.
Am Samstag bin ich gegen Mittag an dem Bootsanleger vorbeigelaufen und sah, wie voll es um die Uhrzeit war. Jetzt aber war es erst 10:00 Uhr und noch nicht so voll. Das erste Boot sollte
auch schon um 10:15 Uhr ablegen. Aus einem Reiseführer wußte ich, daß die Fahrt ca. 3 Stunden dauert. Da ich aber sicher sein wollte, fragte ich an der Kasse und sie meinte, jede Fahrt dauert 1 ½ Stunden. Also doch
3 Stunden. Das müßte reichen, dachte ich.
Ich freute mich, daß es so gut geklappt hatte. Die Fahrt ging los und war eigentlich ziemlich schön, obwohl das Wetter zu wünschen übrig ließ. Der Typ am Steuerrad erzählte uns von den
Sehenswürdigkeiten rechts und links am Ufer.
Irgendwann nach einer halben Ewigkeit kamen wir in Kew Gardens an. Ich stieg vom Boot, da ich gerade noch mitbekommen habe, daß das Boot weiter nach Richmond fuhr. Ich ging also von Bord
und sah gleich an der ersten Tafel eine Aufschrift, wann die nächsten Boote nach Westminster zurückfahren: 15:45 Uhr!!! Es war gerade mal 11:45 Uhr!!! Sind die verrückt??? Ich muß doch zurück, damit ich meinen
Flieger kriege!!! Ich überschlug in aller Eile, wann ich dann wieder in Westminster sein würde: 17:15 Uhr!!! Das ist zu spät!!!
Na ja, ruhig Blut. Mal sehen. Ich ging also die Rampe nach oben auf den Weg und was sah ich da??? Ein anderes Schild, wo vor 15:45 Uhr noch 12:10 Uhr stand. Also in knapp 20 Minuten kommt
das nächste Schiff. Zum Glück!!! Das verkraftet mein Terminplan gerade noch. Leider hatte ich versäumt, mir vorher was zu essen einzupacken, so daß ich ziemlich ausgehungert um kurz nach 13:30 Uhr in Westminster
eintraf.
Ich saß also oben im Wind und versuchte, so gut es ging, die Rückfahrt zu genießen. Zum Glück hat der Schiffskapitän nicht versucht, uns vollzulabern. Ich schaue mir die Gebäude lieber in
Ruhe an. Außerdem kann ich sowieso nicht alles behalten, was darüber gesagt wird.
Nach einer kleinen Ewigkeit kamen wir wieder in Westminster an. Ich brauchte jetzt aber dringend was zu essen. Eigentlich war ich im Begriff mir im Charing Cross Bahnhof was zu holen, bis
ich mir überlegte, daß ich seit einer Woche nichts anderes Warmes hatte als Tee am morgen. Deshalb fand ich es besser, heute mal bei McDonalds zu essen.
Also lief ich auf der Straße Whitehall Richtung Trafalgar Square zu Mc Donalds.
Hinterher stürmte ich nochmals den Souvenirladen mit den Cliff-Fotos. Ich kaufte allerdings nur Postkarten. Dann ging ich weiter über den Trafalgar Square zur National Portrait Gallery.
Ich wußte ja, daß auch dort der Eintritt frei war. Am Eingang entdeckte ich schon, daß es eine besondere Ausstellung über Pop-Ikonen gab, d.h. alle großen Pop- u. Rockstars der letzten 40 Jahre als Bilder an der
Wand. Wenn da nicht der wahrscheinlich größte Pop- u. Rocksänger aller Zeiten nämlich der grandiose, faszinierende Sir Cliff Richard dazugehört, dann laufe ich die Wand hoch, aber mit Sicherheit!!! Ich griff mir
sogleich das Prospekt, schlug es auf und??? siehe da: Sir Cliff gleich als erster. Im Ausstellungsraum hing er auch ganz vorne als Erster. Es war ein ziemlich altes Bild, das ich aber noch nicht kannte.
Ich entdeckte auch gleich am Eingang dieser Ausstellung, daß ganz oben an den Wänden ganz viele Schallplatten hingen. Ich suchte nach ganz bestimmten Schallplatten und fand sie an der
Wand über dem Cliff-Foto. Es waren drei von Cliff, ich glaube, es waren die ersten drei LP's, die er veröffentlicht hatte: Cliff, Cliff sings und Me and my shadows. Dann entdeckte ich noch die Schaukästen. Warum
habe ich die Glasscheibe nicht zerschlagen und die ganz alten Zeitungen in meine Tasche gepackt??? Es waren sicher drei Zeitungen, wo was von Cliff drinstand und außerdem waren da noch 2 oder 3 kleine Fotos mit ihm
drauf. Auf der einen Zeitung stand sogar, daß ein Bericht drin ist und außerdem ein lebensgroßes Poster von Cliff.
Ich lief nicht mehr durch die anderen Ausstellungsräume, ich hatte ja schon alles gesehen, was ich sehen wollte. Statt dessen ging ich in den Shop. Hier entdeckte ich die Cliff-Postkarten
von einem anderen Bild, die ich aber schon hier zu Hause habe. Sicherheitshalber kaufte ich 5 Stück. Dann waren da noch Bücher zu der besagten Ausstellung und Poster und T-Shirts und so'n Kram.
Ich brauchte jetzt unbedingt eine Toilette und da ich wußte, daß in der National Gallery nebenan bestimmt Toiletten gab, ging ich in diese Richtung. Tja, warum wollen immer gleich 100
andere Frauen auf die Toilette, wenn ich hin muß??? Aber ich weiß ja, wie ich drumrum kommen kann. Wer kennt denn schon die Toiletten im Neubau "Sainsbury Wing", außer mir??? Dafür muß ich zwar etwas
laufen, aber das tue ich doch gerne.
Ich lief also wie 'ne Irre durch die Ausstellungsräume in den Neubau hinein und tatsächlich waren hier die Toiletten nicht ganz voll. Danach ging es erstmal wieder nach draußen, über
die Straße und über den Trafalgar Square. Noch schnell ein paar Fotos von den Tauben und dann muß ich auch schon wieder zurück.
Im Charing Cross Bahnhof kaufte ich mir zwei Flaschen Sprite, aber diesmal kein Sandwich oder Baguette, die konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr sehen!!! Von Embankment bin ich dann zum
TOWER HILL zurück. Dort wollte ich die letzte Stunde am Hotel verbringen.
So verknippste ich noch ein paar Bilder und kaufte ein paar Postkarten und zwei Tüten Chips in einem Laden. Danach setzte ich mich auf irgendeine Bank und stärkte mich ein wenig.
Danach wollte ich noch zu einer Stelle gehen, von wo aus die Tower Bridge insgesamt gut zu fotografieren war. Ich machte also noch ein paar Bilder und ging zurück zum Hotel. Dort setzte
ich mich auf eine Bank und wartete (auf das was da kommen mag).
Vorher hatte ich mir ja schon gedacht, so gegen 17:00 Uhr loszufahren. Mein Flieger ging um 19:40 Uhr von Heathrow. Ich würde ca. 1 Stunde bis dahin brauchen und muß sowieso ca. 1 Stunde
früher dort sein, um einzuchecken, Paß- u. Gepäckkontrolle und so weiter. Jetzt zeigte meine Uhr, daß es etwa 16:40 Uhr war.
Ich erhob mich langsam, ging ein paar Schritte bis zum Hoteleingang, holte meine Taschen ab und verließ das Hotel.
Von TOWER HILL ging es bis South Kensington, dort umsteigen und dann bis Heathrow. Ich habe an der Station South Kensington keine zwei Minuten gebraucht, um umzusteigen und trotzdem war
ich erst nach 18:00 Uhr am Flughafen. Dazu kommt ja noch, daß ich von der U-Bahn-Station in die Flughafenhalle laufen mußte.
Ich hatte den Weg erst nicht gefunden und dachte, daß ich hoffentlich nicht falsch bin. Zum Glück sah ich die altbekannten Eincheck-Schalter, und diese waren relativ leer. Ich konnte also
gleich einchecken. Die Frau am Schalter erklärte, daß es zu früh sei, um zu sagen, an welchem Gate die Maschine landet. Es war jetzt gegen 18:30 Uhr, denn sie meinte, gegen 19:00 Uhr wird das bekannt gegeben und so
lange sollte ich doch bitte in der Halle warten.
Also ging ich durch die Gepäckkontrolle, an der sich eine lange Schlange bildete. Danach kaufte ich The Sun im Kiosk und setzte mich in die Wartehalle, die noch immer so fürchterlich
ungemütlich und groß war. Aber zum Glück ging die Zeit bald vorbei und schneller als ich sehen konnte, war es 19:00 Uhr und ich mußte sogar bis Gate 43 laufen!!! Als ich auf dem Monitor las: Gate 43 war mir sofort
klar, daß ich schonmal von dort abgeflogen bin und daß ich ziemlich weit laufen mußte. Machen wir uns also auf den Weg.
Der Flug an sich war ziemlich unruhig. Anscheinend war es sehr windig, denn es ruckelt manchmal etwas. Aber da niemand beunruhigt schien, blieb ich auch ruhig.
Wie auch beim Hinflug verging es sehr schnell. Wir sollten fahrplanmäßig um 22:05 Uhr in Hannover sein und als meine Uhr 20:45 Uhr (21:45) zeigte, sagte der Pilot: "Noch 10
Minuten". In Hannover stellte ich meine Uhr wieder eine Stunde vor!!!
Alle waren glücklich, mich wiederzusehen. Eigentlich war ich froh, wieder in Hannover zu sein., aber ich wäre auch gern noch einige Tage in London geblieben. Aber die Umstellung zu
Hannover fiel mir diesmal schwerer. Ich hatte mich gerade an die Umgebung, die U-Bahn, den Straßenverkehr gewöhnt. Lärm, Touristen, Chaos.....
Tja, die Bilanz meines Urlaubs: 135 Pfund (382 DM) wieder mitgebracht, 13 Filme verknippst, Bücher, CD's und Postkarten gekauft, um drei Cliff-Konzerte und mind. 100 Cliff-Fotos
reicher....
Es war wirklich schön!
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